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Gion Caminada
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Sergison Bates
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Sverre Fehn
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Wespi & de Meuron
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Massimo Carmassi
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Tadao Ando
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Peter Zumthor
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Roland Gnaiger
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Miroslav Šik
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Mario Botta
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Ricardo Legorreta
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Renzo Piano
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Donnerstags, 11.45 Uhr, Raum 1-019, Beginn 27.10.2011
Der Architekturtheoretiker Martin Steinmann bezeichnet in seinem Essay „Wirklichkeit als Geschichte“ jeden Architekturentwurf als „répétition différente“, als Unterschied setzende Wiederholung. Er verdeutlicht dies am Beispiel von Le Corbusiers Architekturkonzept des Hauses auf Stützen: Das „maison sur pilotis“ habe seine besondere Bedeutung aus seinem antithetischen Verhältnis zum gewohnten Haus, zu der mit der Erde verbundenen klassischen Villa erhalten. Das Revolutionäre an jenem Konzept wurde erst in der Relation zu Vorangegangenem begreifbar. Die Bedeutung von Architektur bestimmt sich somit in diesem Spannungsfeld von Ähnlichkeit und Unterschied zu bisher Gebautem. Kein Entwurf entgeht den Fragen des Aufnehmens und des sich Absetzens, er kann weder nur das eine noch nur das andere sein. Allerdings sind in der Geschichte der modernen Architektur unterschiedliche Akzente gesetzt worden – in Richtung der Assoziierung oder in Richtung der Dissoziierung zur gebauten Umwelt.
Im Seminar werden Architekturentwürfe der jüngeren Vergangenheit und Gegenwart untersucht, die sich explizit mit dem Aspekt der „Analogie“ auseinandersetzen. Dabei werden solche Konzepte unter die Lupe genommen, die nicht Vergangenes nachahmen oder zitieren, sondern Erinnerndes mit Transformation und Abstraktion verbinden.
Nicht zuletzt als Anregung für die eigene Entwurfspraxis sollen dabei unterschiedliche Aspekte und mögliche Ebenen der Analogienbildung durch Fallstudien herauskristallisiert werden, wie Typus, Kubatur, Konstruktion, Farbe und Material, Proportions- und Gestaltungssysteme, Verhältnis von Bauwerk zu Landschaft, Stellung im städtischen oder dörflichen Kontext.
Untersucht werden können in Referaten u. a.
- Gion Caminada, Bauten für Vrin, Schweiz, u. a. Stiva da morts, 2002
- Sergison Bates, Prototyp Doppelhaus, Stevenage England, 2000
- Sverre Fehn, Ivar Aasen Center, Ørsta, Norwegen, 2000
- Markus Wespi und Jerome de Meuron, Wohnhaus in Flawil, Schweiz, 2000
- Ricardo Legorreta, Santa Fe Visual Arts Center, New Mexiko USA, 1999
- Renzo Piano, Kulturzentrum Tjibaou, Neukaledonien, 1998
- Miroslav Šik, Bildungszentrum La Longeraie, Morges, Schweiz, 1994-95
- Roland Gnaiger, Schule und Gemeindesaal in Warth, Österreich, 1990
- Peter Zumthor, Caplutta Sogn Benedetg, Sumvigt, Schweiz, 1989
- Massimo Carmassi, Residenziale Cisanello, Pisa, Italien, 1988
- Tadao Ando, Haus Azuma, Ōsaka, Japan, 1976
- Mario Botta, Haus in Riva San Vitale, Schweiz, 1971-73
Text & Teller
Das Seminar (donnerstags 11.45 Uhr) dient der Einführung in den Begriff der Analogie und seiner Bedeutung in der Architektur sowie dem Vortrag und der Diskussion der Referate. Die Übung wird in Form eines ganztätigen Symposiums zum Beginn des Sommersemesters 2012 stattfinden:
Zum Symposium werden drei der genannten Architekten zu einem Werkbericht eingeladen, in anschließenden Gesprächsrunden die Bedeutung der Analogie in den jeweiligen Werken diskutiert.
Leistungsnachweis: Als Seminarleistung erstellt jede/r Teilnehmende ein Referat (mündlich und schriftlich) zu einem der Projekte und Architekten. Zudem soll jeweils ein Kochrezept für eine Haupt- und eine Süßspeise hinzugefügt werden, die in Analogie zum vorgestellten architektonischen Konzept entworfen werden. Eine Auswahl der Speisen wird am Tag des Symposiums gekocht und bildet das Rahmenprogramm zu den Vorträgen.
| Do 27.10. |
Einführung in das Seminar: Vorstellung und Vergabe der Referatsthemen |
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| Do 03.11. |
Vorlesung: Analogie und Architektur? Zur Bedeutung von gebauter Umwelt und Baugeschichte für den architektonischen Entwurf |
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| Do 10.11. |
Zwischentestat Literaturrecherche |
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| Do 17.11. |
Gemeinsame Lektüre: Erinnernde Momente in der Architektur – Positionen pro & contra
u. a. O. M. Ungers: „Entwerfen mit Vorstellungsbildern, Metaphern und Analogien“ |
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| Do 24.11. |
Gemeinsame Lektüre: Erinnernde Momente in der Architektur – Positionen pro & contra
u. a. Rem Koolhaas: „Die Stadt ohne Eigenschaften“ |
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Referate: |
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| Do 01.12. |
Typus und Konstrukton:
Mario Botta, Gion Caminada |
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| Do 08.12. |
Kubatur:
u. a. Sergison Bates, Markus Wespi und Jerome de Meuron |
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| Do 15.12. |
Farbe, Material, Atmosphäre:
u. a. Ricardo Legoretta, Peter Zumthor |
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| Do 12.01. |
Proportion und Gestaltung:
u. a. Tadao Ando, Miroslav Šik |
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| Do 19.01. |
Verhältnis zur gebauten Umwelt und Natur:
u. a. Massimo Carmassi, Sverre Fehn |
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| Do 27.01. |
Verhältnis zur gebauten Umwelt und Natur:
Roland Gnaiger, Renzo Piano |
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| Do 02.02. |
Typus: Von Ballmoos Krucker Architekten |
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Vorbereitung Symposium / ggf. weitere Referate |
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| bis Do 16.02. |
Abgabe schriftliche Ausarbeitung der Referate |
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